Sonntag, 4. Januar 2009

Leben: Das glauben Sie nicht (von Optimist)

Ich konnte es jedenfalls anfangs nicht fassen, was ich da erschütterndes las. Warnend sei gesagt: Glauben Sie ja nicht, wie scheren uns um publizistische Ethik und halten lange Redaktionskonferenzen, ob dem Leser dieses oder jenes zuzumuten sei, wegen der Abwägung zwischen Pflicht zur Information und eben der Zumutbarkeit, die ja dann doch immer so ausgeht: "Raus damit! Wir müssen die Ersten sein!". 


Raus damit? Wenn das Ihr Ziel beschreibt, also "Alles raus, was keine Miete zahlt", mal so richtig entschlacken, die Schläuche leer machen, dann ist vielleicht das hier das Richtige für Sie: Eine Darmbürste. Ich sagte ja: Das glauben Sie nicht. Aber ich schwöre, ich habe heute an der Kasse im Reformhaus eine "Probepackung Darmbürste" gesehen und war leider nicht abgebrüht genug, direkt vor der Nase der Reformhauskassendame die Kamera zu zücken. 

Ein Foto brauche ich aber auch nicht, Google ist mir Beweis genug. Seien Sie versichert, bei diesem Trend sind Sie noch ganz vorne mit dabei - erst 300 Darmbürsten-Treffer.

Wer jetzt schon all sein Friseurwissen in die Waagschale werfen möchte und ein flammendes Plädoyer für Schweinehaarborsten und Lockendreher-Rundform aus ihm heraus drängt, dem sei gesagt: Freilich ist alles halb so schlimm. Die Darmbürste ist keine echte Bürste sondern ein Sack mit Senfkörnern, die tüchtig aufräumen sollen, wenn man sie isst, die Senfkörner. Leer machen sie indes wohl auch nicht, jedenfalls nicht laut Plan, sondern saugen angeblich allen giftigen Unrat, den Sie in der letzten Zeit mal wieder so unachtsam in sich hineingestopft haben, selbstlos in sich auf.  Nett von den Senfkörnen. Ich werde aber feige vom Selbstversuch Abstand nehmen.

Dachte, das würde Sie sicher interessieren

Optimist

PS: Realist sagte mir eben in der internen Abstimmung, die auf gar keinen Fall Redaktionskonferenz heisst, dem Artikel fehle Brillianz. Wie Bitte!? Ich glaube, er lügt! Oder er meint die Darmbürste ...

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