Nein, ich meine nicht jene Sekunde, in der hektisch der Handspiegel um den Hinterkopf schwirrt und die Dienstleisterin nach ein paar belobigenden Worten ausschau hält, auch wenn alles genauso schrecklich wie vorher ist.
Ich meine die Schrecksekunde, die man beobachten kann, wenn eine in Ihrer eigenen Bildung gefangene Akademikerin die mitten im Schaffensprozess befindliche Haarspezialistin mit der Frage konfrontiert: "Kennen Sie den Religionsphilosophen Hans Küng?"
- GONG -
Dem Zuschauer auf der in Lauschnähe befindlichen Wartecouch stockt der Atem! Was wird sie antworten? Es folgt eine sehr, seeehr lange Sekunde des Schweigens. Zeit genug, sich auf der Ratecouch über die erwartete Antwort ebenfalls Gedanken zu machen.
- "Sie kennen Hans Küng? Haben Sie auch die Diskussion zwischen Helmut Schmidt und Hans Küng anlässlich der 7. Weltethosrede an der Uni Tübingen als Videostream im Internet gesehen? Wie auch immer. Also ich finde, Herr Küng hat 1970 mit seiner Veröffentlichung völlig zu Recht die Kirche und vor allem den Papst in seiner Unfehlbarkeit ..." usw. usf.
ODER
- "Verzeihen Sie bitte, wenn ich nicht direkt auf Ihre Frage antworte, aber ich betrachte Religion als eine sehr private Sache und möchte vermeiden, dass wir bei solch privaten Fragen unversehens aneinander geraten ..."
ODER
- "Schön das Sie das ansprechen! Die Einbringung der Allgemeinen Erklärung der Menschenpflichten in die UN als Gegengewicht zur AEMR fand ich zum damaligen Zeitpunkt - nach meiner Erinnerung war es 1997 - eine revolutionäre und gleichzeitig überfällige Idee!"
- GONG -
Die Sekunde, die nach meiner persönlichen Wahrnehmung bequem Zeit für fünf Herrenhaarschnitte geboten hätte, verging zäh, aber sie verging.
Und als die Schrecksekunde nun endlich vorbei war, holte die Friseurin tief Luft, hob zur wohl überlegten Antwort an, startete aber zum Entsetzen des Ratepublikums auf der Wartecouch auch gleichzeitig den Fön auf infernale Lautstärke und plauderte mit der Kundin vergnügt - aber vertraulich - über die aufgekommenen Gesprächsinhalte.
Nun sitze ich da, knibble mir die Fingerkuppen wund und würde doch so gerne wissen, was die Friseurin geantwortet hat. Kennt Sie Hans Küng? Ist sie seine unereheliche Tochter? Kann sie die Welt retten?
Hat sich später nicht getraut, all das zu fragen,
Optimist
Donnerstag, 4. Februar 2010
Leben: Schrecksekunde beim Friseur (von Optimist)
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Optimist
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Mittwoch, 3. Februar 2010
Intern: Köln ist ein Arschloch (von Realist)
Köln ist also ein Arschloch?
Sei getröstet, liebes Ehrensenf-Team: Mit Euch spricht keiner - uns liest keiner. Und nicht nur in Köln. Das Problem ist globaler Natur: Die Welt ist ein Arschloch.
Aber wollen wir (zur Abwechslung) mal realistisch sein: Wir können das nicht ändern - wohl aber versuchen schöner damit zu leben (und wenn das jetzt alle brav kaufen, verdienen wir uns dumm und dusselig).
Zu kapitalistisch? Dann einfach als Zeichen zur Verbrüderung der Ignorierten unseren Blog abonnieren.
Brüderliche Grüße,
Realist + Optimist
Lieber Stammleser: Dieser Beitrag ist Dir ein Rätsel? Dann siehe hier
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Realist
um
20:17
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Leben: Wohnprobleme lösen (von Optimist)
Haben Sie eigentlich auch Wohnprobleme? Sie waren eine lange Zeit sehr glücklich miteinander - Sie uns Ihre Wohnung - und jetzt klappt irgendwie alles nicht mehr? Die Fenster sind undicht, Schimmel in den Ecken und beim kleinsten Hauch knallt Ihre Wohnung beleidigt mit den Türen? Sie haben rote Seidenvorhänge gekauft, um mal wieder Schwung in den Alltag zu bringen, aber nichts hat geholfen? Weil sie zu verschieden sind - Sie und Ihre Wohnung? Sie haben sich auseinandergelebt?
Verzagen Sie nicht, gehen Sie zum Wohnberater! Der Baur-Versand hat einen:
Wohnprobleme lösen - ganz einfach! - Wie? Auch das hilft nicht?
Nun, bevor es zum Äußersten kommt (Kündigung, Auszug, man sieht sich nie wieder): Reden Sie noch ein letztes mal mit Ihrer Wohnung. Seien Sie aufmerksam. Kaufen Sie ihr einen neuen Sessel, ein Bild, einen neuen Teppich. Malen Sei die Türstöcke mit Ölfarbe. Sie wissen schon. Streichen Sie ihr zärtlich über ihre Rauhfaser, vielleicht auch - und besonders - an den etwas unschön verlegten Stoßkanten der Tapete. Stellen Sie eine Vase voller roter Rosen in die Ecke, die schon seit jeher keinen rechten Winkel hat. Raunen Sie ihr zu: "In Dir wohne ich am liebsten!" und "Nur bei Dir fühle ich mich zuhause!". Gestehen Sie: "Die Männer-WG-Pläne waren nur dummes Zeug" und "Klar halten die Bilderrahmen auch mit Tesafilm!"
Drückt die Daumen, dass Sie nicht beim Wohnungsrichter landen,
Optimist
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Optimist
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Mittwoch, 27. Januar 2010
Leben: Vom Non-Food-Catering (von Realist)
"Non-Food-Catering"? Was bitteschön catern die dann? Drogen und Schlampen (bzw. Booze and Hookers, wie Bender es formuliert hätte)?
Notiz an mich: Für den vierzigsten Geburtstag vormerken.
Hungrig,
Realist
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Realist
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Freitag, 22. Januar 2010
Leben: Von neumodischem Scheissdreck (von Realist)
Meine Tagesaufgabe: Erstelle ein Blogpost, in dem die folgenden Buzzwords vorkommen: Internet, WLAN, Website, Twitter, iPhone-App und Personenwaage.
Nichts leichter als das. Zur Inspiration reicht ein Besuch auf der Website von "Withings" (http://www.withings.com/de). Die bieten nämlich eine Personenwaage an, die neben bekannten Eigenschaften wie Gewichtsmessung und Körperfettanalyse auch eine WLAN-Funktion hat und sich so, über das heimische Netz, im Internet breit macht.
Wozu? Weil das geschwätzige Ding, zur Erlangung einer tüchtigen Dosis sozialen Drucks für den Gewogenen, jede Messung vollautomatisch auf einer Website einträgt, statistisch auswertet und - es versteht sich fast von selbst - die (frohe?) Kunde via Twitter in die Welt hinaus posaunt.
Und: There's an App for that! Webseiten besuchen ist ja für Muttis mit Netbooks. Der Couchpotato von heute checkt seine Gewichtsstatistik natürlich via iPhone-App. Glauben sie nicht? Dann sehen sie sich mal die Werbung an!
Da sitz er am Meer und freut sich, dass er jetzt von überall aus seinen Gewichtsverlauf verfolgen kann. Auf dass man ihn anschreien möchte: "Ja, was glaubst du denn, was sich verändert hat, seit du das letzte mal auf deiner Waage standst?". Eventuell wäre eine Körperhirn-Analyse angezeigter. Kommt vielleicht mit dem nächsten Firmwareupdate.
Unnötig zu erwähnen, dass Sie meine Werte unter @RealistsWaage verfolgen können (http://twitter.com/RealistsWaage, für die nicht-Twitterer).
Fühlt sich schon leichter (und wenn nur finanziell),
Realist
PS: Ebenso unnötig zu erwähnen, dass Freund Optimist auch nicht wiederstehen konnte. Der Feigling verrät mir aber nicht, wie seine Waage heisst...
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Realist
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19:55
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Donnerstag, 21. Januar 2010
Leben: Vom Realisten lernen heißt sparen lernen (von Realist)
Ich bin ja seit Anfang des Monats auch ein Opfer unserer Mövenpick-Regierung. Seitdem wird, wegen des anderen Steuersatzes, auf jeder Hotelrechung das Frühstück ausgewiesen und somit in voller Höhe von den Tagesspesen abgezogen. Und bei den Mondpreisen, die man heutzutage für ein Brötchen und O-Saft aus dem Tetrapack zahlt, kommt da auch gerne mal ein negativer Betrag heraus.
Was also tun? Nicht frühstücken und dafür das Auto, mit der Fehlerangabe "der riecht manchmal verbrannt", in die Werkstatt bringen. Dann sieht die Bilanz nämlich so aus:
Tag 1:
- kein Frühstück im Hotel (15,-- gespart)
- Gratiskaffee + Kekse bei der Abgabe in der Werkstatt
- Gratisticket für den öffentlichen Nahverkehr für heute und morgen
- keine Parkgebühr im Hotel (10,-- gespart)
Tag 2:
- nochmal kein Frühstück (15,-- gespart)
- Gratiskaffee + Kekse bei der Abholung aus der Werkstatt
- in Empfangnahme des frisch gewaschenen Autos
- Anhören der Diagnose "wir haben kein Problem gefunden"
- Akzeptieren der Rechnung über 0,-- Euro
Beim Bäcker noch Nachschlag holen: 3,50
Zum kleingeistigen Benzfahrer werden: Unbezahlbar!
Die Klorolle tätschelnd,
Realist
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Realist
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Samstag, 19. Dezember 2009
Presseschau: Die tückische Schuldenfalle (von Realist)
Mir ist meine Schreibblockade, die daraus entstandene Leblosigkeit im Blog und das vermehrte Auftreten von einzeiligen Fotobeiträgen (sowie der Tatsache, dass ich dadurch Freund Optimist das Feld überlasse) ja wirklich unangenehm - aber das hier muss trotzdem raus:
Heute in der regionalen Tageszeitung gesehen (im Café natürlich - selbstredend bin ich viel zu modern um dergleichen selbst zu kaufen):
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Danke "Nürnberger Nachrichten"! Jetzt habe ich das auch endlich verstanden!
Realist
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Realist
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13:42
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Labels: Presseschau, Realist
Dienstag, 15. Dezember 2009
Leben: Offenes Betriebsklima (von Optimist)
Wie oft hört man das: "Wir haben ein offenes und lockeres Betriebsklima, Teamarbeit ist bei uns ganz groß geschrieben!" und die Realität sieht dann ganz anders aus:
Verschlossenheit, Mauern, und in schwierigen Situationen ist man doch wieder auf sich selbst gestellt. In dieser Betriebsstätte hält man sich aber an die offenen Maximen:
Offenheit statt hohen Mauern, ermunternder Zuspruch bei Schwierigkeiten und man fühlt sich einfach mit seiner Situation nicht allein gelassen - auch wenn es geschäftlich hart auf hart kommt. Selten sind Konzepte so konsequent!
Fühlt plötzlich eine ganz neue Grenze für Dringlichkeit,
Optimist
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Optimist
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Montag, 14. Dezember 2009
Presseschau: Früher war alles so ... ASCII (von Optimist)
Sie sind auch schon lange kritischer Betrachter der letzten verbliebenden Weltmacht? Ihnen passt es auch nicht, dass die USA kulturimperialistisch alles durchdrückt, was ihr gefällt? Ihnen wäre es lieb, wenn es da ein Gegengewicht gäbe? Das am Ende jeder so schreiben kann, wie er es gewöhnt ist, mit seinem Ä und Ü und Ö und dass die Computer das auch endlich mal schlucken?
Findet Unicode ploetzlich voellig ueberbewertet,
Optimist
PS:
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Optimist
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Labels: Optimist, Presseschau
Freitag, 11. Dezember 2009
Presseschau: Blitzbesuch (von Optimist)
Ich würde doch sehr gerne wissen, wie ein Staat und vor allem dessen Volk das eigentlich findet, wenn Deutschland in ihrem Land Krieg führt und dann der deutsche Oberbefehlshaber zum "Blitzbesuch" vorbei kommt.
Achso, ich vergaß, "Krieg" ist das ja nicht. Und ich dachte schon, der "Besuch" wäre ein Euphemismus.
Macht einen Blitzrückzug,
Optimist
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Optimist
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Labels: Optimist, Presseschau
