Donnerstag, 20. November 2008

Leben: Vom Verblöden (von Realist)

Da muss ich doch dem Neoliberalisten gleich mal wieder zeigen, wo die deutschen Eliten liegen.


Beziehungsweise, wo nicht. Nämlich in meinem Hotelbettchen. Zum Beweis, ein Foto meiner Unterhaltungsauswahl für den Abend, den ich - wenig überraschend - dann doch mit Dr. House verbracht habe. Schon blöd, wenn man zwar vor Jahren zuhause den Fernseher abgeschafft hat, aber nie zuhause ist.

zappend,
Ihr Realist

Leben: Die Weisheit mit Löffeln gefressen! (von Neoliberalist)

Und noch so ein Highlight am politischen Himmel: Peter Struck. Unser geistiger Highflyer in Berlin fordert die Abschaffung der Wirtschaftsweisen. Begründung: die Prognosen der Wirtschaftsweisen in der Vergangenheit haben danebengelegen.
Lieber Herr Struck, erstens ist das ein systemimmanentes Problem von Prognosen, ansonsten wären es historische Daten (dumm nur, das die in der Vergangenheit liegen). Zweitens hat sich die Politik noch nie an die Handlungsanweisungen der WW gehalten: wie sollen da bitte die Prognosen eintreffen? Drittens: gibt es einen Politiker, der schon mal brauchbare Prognosen abgegeben hat? (Oder fangen wir lieber mit etwas Leichtem an: gibt es einen Politiker der schon mal die Wahrheit erzählt hat?) Und last but not least muss ich ihnen doch recht geben, andere Meinungen und alternative Wege sollte man sich in der Demokratie und in Berlin ohnehin nicht anhören. Vertane Zeit! Und schon gar nicht von Fachleuten.
Mein Tipp: befragen sie doch die Glaskugel! Das wäre eine echte Qualitätssteigerung ihrer Politik.

Ihr noch immer politikverdrossener
Neoliberalist

Dienstag, 18. November 2008

Leben: Gejagte Elite (von Neoliberalist)

Herr Steinbrück ist im Moment mein Lieblingspolitiker. Es gibt wenige, die ihm in Sachen Opportunismus das Wasser reichen können, und noch weniger, die sich mit einem fundierten Halbwissen so weit aus dem Fenster lehnen. Ich vergleiche ihn gerne mit Rumsfeld. Den nannten man während des Golfkriegs auch gerne "the loose cannon".
Peer für seinen Teil schimpft mal wieder auf die deutsche Elite. Glückwunsch Herr Steinbrück! Das ist mal richtig konstruktiv und löst all unsere Probleme.
Ein Vorschlag zur Güte meinerseits Herr Steinbrück: Wenn wir die deutsche Elite endgültig aus unserem Land vertrieben haben (mit falscher Politik und verfehlter Propaganda), dann können wir uns ja alle mit dem Arbeitslosen um die Ecke identifizieren. Ich wollte mich schon immer mal an Hartz 4 Empfängern orientieren: die haben weniger Stress, mehr Freunde, viele Kinder, die Trinkhalle um die Ecke und wenn sie wollen einen Platz an der Sonne! Was will man mehr?
Bloß nichts am System ändern Herr Steinbrück! Die böse Elite ist Schuld dran! (Ich könnte an dieser Stelle noch andere Vergleiche aus der Geschichte bemühen, würde aber evtl. über das Ziel hinausschießen.)

Euer politikverdrossener
Neoliberalist

Sonntag, 16. November 2008

Der Staat hat versagt (von Neoliberalist)

Lieber Optimist, hier bin ich wieder! Musste nach dem ganzen Kokainkonsum meine Nasenscheidewand wieder richten lassen.
Jeder wartet natürlich auf die Meinung von Neoliberalist bzgl. der Finanzkrise.
War es Markt- oder Politikversagen?
  1. Die wegen ihrer Beteiligung an der weltweiten Geldbeschaffung viel gescholtenen US-Investmentbanken sind kein Produkt des Marktes, sondern des 1933 erlassenen Glass-Steagall-Gesetzes.
  2. Fannie Mae und Freddie Mac: sind Staatsbetriebe; sie finanzieren über die Hälfte der Us-Immobilienkredite.
  3. Null Anzahlung: Der US-Kongress gab Anweisung Hypotheken mit Null Anzahlung (statt wie bisher 20 %) zu akzeptieren.
  4. Mae und Mac wurden dazuverdonnert anderen Banken Kredite von Ärmeren abzukaufen.
  5. Community Reinvestment Gesetz: mit diesem Gesetz wurden Banken gezwungen, bei der Kreditvergabe Ärmere nicht zu diskriminieren!
  6. Die US-Zentralbank hatte den Leitzins bis 2003 auf 1,0 % (!) gesenkt. Niedrige Zinsen = hohes Kreditvolumen!
  7. Mae und Mac konnten wegen Staatsgarantien den Zinssatz für Häuslekäufer noch weiter senken!
  8. Steuersubventionen: in den USA kann man Kreditzinsen von der Steuer absetzen.
  9. G. W. Bush: Mitte 2002 ließ er verkünden, dass er mit einem "aggressiven Programm die Barrieren auf dem Weg zum Hauseigentum einreißen" will.
  10. Wo war die US-Finanzaufsicht SEC (und die BaFin in Deutschland) als die "mortage backed securities" zugelassen wurden?

Noch Fragen? Ich glaube wir müssen Vater Staat mal wieder schuldig sprechen. Eindeutig Politikversagen!
Dass sich die Politik jetzt wieder als Retter aufspielt (und das auch noch mit meinen Steuergeldern!) beweist eigentlich nur die extrem gut laufende PR-Maschinerie in Berlin.

In Trauer um den verlorenen Liberalismus
Ihr Neoliberalist

Samstag, 8. November 2008

Leben: Do it yourself (von Realist)

Da hätte ich doch besser jemanden fragen sollen, der sich damit auskennt. Der Knopf ist wieder dran - aber das Hemd vollgeblutet. So viel sparen kann sich auf Dauer kein Mensch leisten.

Ihr Realist

Dienstag, 4. November 2008

Leben: Vom Ende der Kreditwürdigkeit (von Realist)

Das sind doch mal ne Traum-SMS, im Sekundentakt, am Nachmittag! *Düdeldü* Ihre SIM-Karte ist gesperrt! *Düdeldü* Ihr Kontostand ist -595,48, wir buchen 15,-- ab *Düdeldü* Ihr Kontostand ist -580,48, wir buchen 15,-- ab *Düdeldü* ... *Düdeldü* ca. 20 *Düdeldü* später war dann Ruhe.

Der Supportchat hatte schon Feierabend, die online-Verbindungsüberssicht war nicht mehr da und die Hotline belegt.

Dankenswerterweise hat sich, ein paar Stunden später herausgestellt, dass dem Provider gestern "ein kleiner Fehler bei den Datentarifen" unterlaufen ist.

Los, Apple! Bring endlich ein 32GB-iPhone, damit ich ne Flatrate bekomme!

Ihr Realist

Montag, 3. November 2008

DVD: Revolver (von Realist)


Jetzt schiebe ich die Kritik (wie so viele andere) seit Wochen vor mir her. So langsam muss ich den Film erst noch mal ansehen, bevor ich was schreibe.

Na, ich mach's kurz: Gerechnet habe ich mit einem netten, Sonntag-Abend-Actionfilm in bester Jason Statham-Manier. Aber Regieseur Guy Ritchie hatte wohl mehr im Sinn.

"Revolver" hat eigentlich alles, was ein guter, stylischer, kultiger, leicht psychodelischer Film so braucht. Ein, zwei tolle Schauspieler, einen wirklich tollen Look, eine etwas schräge Geschichte und eine Priese Mord und Todschlag. Aber komischerweise gibt die Summe der tollen Zutaten leider keinen tollen Film. Keine Ahnung warum. Auf jeden Fall schade.

Fazit: Das war schon das Fazit.

Ihr Realist

Link zur offiziellen Website

Sonntag, 2. November 2008

Leben: Magellan, Molukken und Löß in der Pampa (von Optimist)

Beim Nachschlagen des Wortes "Löß" in Wikipedia heißt es:

Löss (auch Löß mit langem Vokal gesprochen) ist ein äolisches Sediment, das vor allem aus Schluff besteht.

Aha. Da habe ich wohl in Erdkunde mal wieder geschlafen. Aus "Schluff" also!? Das hätte Walter Mörs nicht besser sagen können: "Löß besteht vor allem aus Schluff". Wahrscheinlich leben auf diesem Boden dann auch wilde Gnupfe und fressen bevorzugt das Schamkorat, das da überall an den Rabinken wächst.

Löß (aus Schluff!), wenn wir schonmal beim Thema sind, ist die reichlich vorkommende Erdmasse in der Pampas, die wiederum in Patagonien vorkommt. Patagonien hat seinen Namen übrigens von Magellan verpaßt bekommen, weil ihn die dort angetroffenen recht groß gewachsenen Tehuelche-Indianer an die geschichtlich fiktive Figur des Riesen Pathagon erinnert haben. Dessen Namensherkunft wiederum ist unklar, man vermutet einen Zusammenhang zwischen patones (großen Füßen) und der Erscheinung des Riesen. Ob der allerdings schon was von Schluff und Löß verstand und ob er obendrein zwischen Grob-, Mittel- und Feinschluff unterscheiden konnte, bleibt im weiteren Verlauf des Artikels unklar.

Warum ich Ihnen das erzähle? Weil ich es weiss! Jetzt jedenfalls. Weil ich es nachgeschlagen habe. Gut, eigentlich wollte ich nur was über die Magellanstraße nachlesen, aber die Strudel und Winde dort sind ja dafür bekannt, dass die besten Seeleute abdriften. Wo war ich nochmal? Achja, der westliche Seeweg zu den Molukken und der Eintritt der Spanier in den Gewürzhandel ...

Fragt sich, ob er noch eine Abhandlung über Geschiebemergel  (enthält Schluff!) verfassen soll,

Optimist

Leben: Was macht eigentlich ... (von Optimist)

Ein Schattendasein als Lückenfüller in schwachbrüstigen Online-Publikationen führt ja oft genug eine Artikelgattung, die Altes, Vergessenes, Überholtes aufbackt und gewöhnlich mit "Was macht eigentlich ..." beginnt. Sowas passt ja dann ganz gut hierher.


Egon Krenz arbeitet im Blumenladen, Susanne Osthoff lebt verborgen - mehrseitig im ZEIT-Magazin-Interview ausgebreitet- in einer ungenannten Kleinstadt und will nicht erkannt werden und was Zlatko macht, weiss Gott sei dank keiner so recht.

Zeit also, die Frage nach den Leuten zu stellen, von denen schon länger nichts mehr zu hören ist: Was machen eigentlich ... die Neoliberalisten?

Man hört, Friedrich Merz, hätte "Das Kapital" auf dem Nachttisch. Hans-Olaf Henkel dreht mit dem Wind und ruft jetzt nach dem Staat. Aber sonst? Weniger Staat und so, hat das im Moment wohl keine Saison?

Ja, ich weiß, das ist übles Nachtreten und ungefähr so sympathisch wie "Ich hab's Dir gleich gesagt", aber das ist mir egal. Ich weiß, Eure Zeit kommt wieder. In 5 Jahren werdet ihr wieder rufen: "Staatsquote runter!" und "Der Staat ist ein schlechter Unternehmer" und vergleichbares Zeug. Hoffentlich habt ihr bis dahin die Zeche für die letzte Party zurück gezahlt. Dann ist auch der Kater vorbei und die Klappe kann wieder laut nach dem "freien Spiel der Marktkräfte" rufen.  Wir haben es ja bis dahin wieder vergessen. Wir Trottel.

Wahrscheinlich seid ihr gerade damit beschäftigt, Euch wieder billig in den Markt einzukaufen. Das ist ja die Gelegenheit. Aber denkt dran: Gewinne rechtzeitig mitnehmen, bevor in schlechten Zeiten noch jemand kommt, der was Wirres über Verantwortung und Beteiligung am Verlust erzählt.

Polemisch,

Optimist

Dienstag, 28. Oktober 2008

Leben: Motel-One - Das Handtuch schlägt zurück (von Realist)

Das hat man davon, wenn man auf seine große Schwester hört. Nach meinen letzten Hotel-Problemen hat sie mir nämlich "Motel-One" ans Herz gelegt. Soweit ich das verstanden habe, hauptsächlich wegen des Kaminfeuers, das per LCD-Bildschirm für eine unheimlich heimelige Atmosphäre, in der ansonsten von PVC-Furnier und Kunstleder geprägten, "Lounge" (aka Lobby), sorgt. Und weil ich ein braver Bruder bin, habe ich mich postwendend ins zwei-Sterne-Abenteuer gestürzt.

Aber gut, ich will nicht kleinlich sein. In der Tat lädt die Lounge zum Verweilen ein, zumindest Leute, die sich auch sonst in der Systemgastronomie (oder dem IKEA-Restaurant) wohl fühlen. Also mich, zum Beispiel. Und zwar - mal abgesehen vom Stil - aus ganz profanen Gründen:

  1. Im Zimmer ist kein Platz zum herumlungern
  2. WLAN ist nur in der Lobby gratis
  3. fast jede Lümmelgelegenheit hat eine Steckdose
  4. das Personal ist sich nicht zu schade, neben den Speisen der eigenen Karte (Tomaten/Mozzarella- oder Schinken/Käse-Toast zu 3,50), auch Pizza vom Lieferservice an den Platz zu liefern (die Marge blieb mir verborgen)

Interessanter- bzw. logischerweise dient die Lounge auch als Frühstücksraum. Da trennt sich dann die Spreu vom Weizen, denn längst nicht jeder ist in der Lage, auf einem Couchtisch in Kniehöhe zu frühstücken. Es hat aber durchaus einen After-Party-Charme, wenn man, auf einem Sitzwürfel hockend, mit dem Frühstück kämpft und dabei die ganzen Bekanntschaften vom LCD-Kaminfeuerabend wieder trifft. Da grüßt sich freundlich, was Stunden zuvor noch Kriege um den - doch arg begrenzten - Upstream ausgefochten hat (wenn der Upload der wichtigen 8MB-Datei, beim dritten Versuch, wieder bei 98% abgebrochen ist).

Aber genug von der Lounge! Werfen wir einen Blick in die Zimmer! Ja, Plural. Denn mein erstes Zimmer war - selbstverständlich - nicht gemacht. Aber immerhin auf eine sehr offensichtliche Art und Weise. Was gut war, denn da es in dieser Preisklasse noch nicht einmal Gummibärchen auf dem Kissen gibt, wäre das ansonsten schwer fest zu stellen gewesen.

Ansonsten haben die Planer von vorne herein nicht damit gerechnet, dass jemand mehr als eine Nacht hier verbringt, denn das Zimmer hat keinen Schrank. Kein Board. Keine Ablage. Es gibt eine Stange an der Wand und einen Waschtisch, der nicht im Bad sondern Zimmer steht. Den könnte man sogar als Schreibtisch verwenden, was ja recht praktisch wäre, könnte man sich so, ab und an, mit einem nassen Lappen, die Stirn abtupfen. Geht aber nicht, da nur direkt unter dem Becken genug Fussraum vorhanden und mein Laptop nicht wasserdicht ist.


Da bleibt einem ja fast nur der Sprung, aus dem sechsten Stock, auf die, direkt vor dem Hotel verlaufende, A5 - denn das Fenster kann man öffnen. Anfängerfehler. Das lernen die auch noch.

Fazit: (Um damit schon fast eine neue Kategorie "Hotel" zu begründen) Motel-One ist das Ibis für die Ikea-Generation. Lounge- statt Blümchen-Look, LCD statt CRT, Kacheln statt Plastik, überall WLAN und in der Lobby gratis, statt nur in der Lobby WLAN und dort kostenpflichtig und last but not least: Keine Tabletts beim Frühstück. Zu empfehlen trotzdem nur für Freunde der System-Unterbringung, die auf Rührei verzichten können, und sich nicht komisch vorkommen, wenn sie das Zimmer im Voraus zahlen müssen.

Grüße aus der Lounge,
Ihr Realist