Donnerstag, 1. Januar 2009

DVD: Doomsday (von Realist)

Keine Kritik am Neujahrstag? Nicht mit uns! Heute möchte ich mich wieder einer dieser Leichen widmen, die seit Wochen auf meiner ToDo-Liste stehen: "Doomsday". Der Grund hierfür ist: Der war so schlecht, dass ich das sogar nach all der Zeit und in meinem heutigen Zustand noch weiss.

Zugegeben: Der Hauptgrund, warum ich den Film verreisse ist natürlich, dass R. aus T. ihn mir empfohlen hat - und es kann ja wohl nicht sein, dass ich mich an seinem Geschmack orientiere :-)

Aber zur Sache. Die Grundidee ist ja durchaus löblich: Ein FSK-18-Film mit einer knackigen, weiblichen, wehrhaften Heldin, wie in "Underworld" oder "Resident Evil". Ein Plot mit einem Hauch "28 Weeks later", angesiedelt in einer, nicht all zu fernen, düsteren, Zukunft. Halb Britannien wurde, wegen einer, Jahre zurückliegenden, Seuche, zum Sperrgebiet - abgetrennt durch eine grosse Mauer, hinter der nichts und niemand mehr lebt (so glaubt man). Aber natürlich bricht die Seuche auch im "gesunden" Teil doch noch aus, und besagte Heldin wird in die Todeszone geschickt, um dort irgend etwas furchtbar wichtiges zu tun. Habe vergessen, was. Ist ja aber auch egal, denn erwartungsgemäß ist der Kern der Sache ja der Widerstand, auf den sie dort trifft. Und hier beginnt, mein Problem mit dem Film.

Die Überlebenden in der Todeszone haben eine Art achtziger Jahre, Mad-Max-Zivilisation gebildet, wie sie angestaubter nicht sein könnte. Alle sehen aus, wie man halt vor 25 Jahren in einem Endzeitfilm so aussehen musste - und verhalten sich auch so. Mehr als billig. Mehr als enttäuschend.

Aber nicht, dass das genug wäre. Im nächsten Akt trifft man auf die Nachbarzivilisation, hinterm nächsten Berg. Diese wiederum haben beschlossen, dass sie lieber wieder im Mittelalter leben möchten. Wegen mir könnten sie das ja auch gerne - im Sinne von Lebensumständen und Regierungsform. Aber müssen sie deswegen jedes Detail - bis zur Kleidung - originalgetreu nachbauen "as seen on TV"? Das macht nicht nur keinen Sinn, das nimmt dem Film auch noch das letzte bisschen Würde.

Fazit: Wenn man keinen Geheimtipp (und eigentlich auch sonst nichts) erwartet, kann man sich eventuell ganz gut unterhalten. Rhona Mitra zumindest, ist ja recht ansehnlich. Man sollte allerdings auf das permanent steigende Mass der Absurditäten gefasst sein. Der Film ging nicht umsonst in Deutschland "direct-to-DVD" :-) Apropos: Nach allem, was ich gelesen habe, ist auch die deutsche FSK-18 DVD gekürzt, beurteilen kann ich das indes nicht, ich habe die "unrated"-US-Version gesehen.

Ihr Realist

PS: Jaja, R. aus T. Spar' dir den Kommentar. Ich gebe zu, du hast gesagt, der Film wäre "leichte Unterhaltung" und "perfekt zum Bügeln". Da stimme ich zwar nicht zu und verweise - zumindest was das "Wegbügeln Schauspielerischer Glanzleistungen" angeht - mal wieder auf die Filmbefreier, aber ich hoffe, deine Ehre als Schöngeist wieder hergestellt zu haben.

PPS: Und natürlich wünschen wir unseren Lesern ein frohes, neues Jahr. Andererseits, habe ich - glaube ich - heute bereits mit allen unseren Lesern telefoniert. Betrachten sie deshalb diesen Hinweis als Formsache ;-)

Kommentare:

R. aus T. hat gesagt…

Seufz, Du kannst nicht sagen, ich hätte Dich nicht gewarnt. Es war von leichter Unterhaltung und aus dem Fernseher tropfendes Blut. Außerdem hatte ich Dich wegen des "Anspruchs" gewarnt - also beschwer Dich nicht :-)

Schau lieber zu, daß Du "Body of Lies" rezensierst (es ist ja eine Schande, wie lange das dauert) und so einen Weiberkram wie "Verliebt in die Braut" sein lässt. Oder erkenne ich da heimliche Sehnsüchte nach Schmachtfetzen. Bist Du in Wirklichkeit etwa ein hoffnungsloser Romantiker und Optimist? :-)

R. aus T.

Realist hat gesagt…

Seit wann sind meine offensichtlichen Sehnsüchte heimlich? :-)

Und überhaupt: Zum einen bin ich der König der Romantiker, und zum anderen ist ein wahrer Romantiker niemals Optimist - er weiss es besser!

Realist