Samstag, 20. Oktober 2007

DVD: Die Queen (von Realist)

Der Film schildert die Zeit zwischen dem Tod der "Prinzessin der Herzen" und ihrer Trauerfeier, mit dem Augenmerk auf das Verhalten der Royals (im Allgemeinen), der Queen (im Speziellen) und Tony Blair (irgendwo dazwischen), während dieser Zeit.

Es hat mich doch sehr überrascht, dass das Ganze schlussendlich auf einen "Freispruch" für die Königin hinauslief, und noch nicht einmal die aufgeworfene Frage nach der Sinnhaftigkeit der Monarchie abschlägig beantwortet wurde. Andererseits ist "Die Queen" auch kein "Pro Monarchie"-Propagandastreifen (Dazu gibt es dann doch zu viele absurde Aussagen aus königlichem Mund). Sollte der Film am Ende versöhnen? So nach dem Motto: "Ok, die Royals sind schräg, aber ist doch nett, das wir sie haben"?

Hier kommt dann aber wohl das Hauptproblem ins Spiel: Der Film ist fiktiv. Kein Mensch weiss, was wirklich die Motive für die öffentlichen Handlungen aller Beteiligten waren und wess' Geistes sie sind!

Und im Grunde kann man da nur froh sein, denn so "nett" z.B. Tony Blair auch rüberkam, mit seiner schulbübischen Art, in seiner Wohnung, die irgendwie so gar nicht staatsmännisch wirkte, so sehr kann man doch nur hoffen (und davon ausgehen), dass das nicht der Realität entspricht.

Es bleibt ein Lehrstück über den Spagat zwischen konservativen Werten und Traditionen auf der einen und dem Zeitgeist, der in seiner Sensationslust eifrig von den Medien bedient wird, auf der anderen Seite. Dessen Kurzlebigkeit wurde ja im übrigen noch vor Dianas zehntem Todestag deutlich, denn der Hype ist lange vorbei. Ich darf mal zitieren: "Die Orgie der großen Gefühle in den heißen September-Tagen 1997 (...) scheint den Briten heute vor allem peinlich zu sein." (siehe SPON )

Also? Kein übler Film, wenn man ihn nicht als Enthüllungsdokumentation betrachtet und einem die Frage nach Pro oder Contra Monarchie nicht wirklich schlaflose Nächte bereitet.


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