Sonntag, 2. November 2008

Leben: Was macht eigentlich ... (von Optimist)

Ein Schattendasein als Lückenfüller in schwachbrüstigen Online-Publikationen führt ja oft genug eine Artikelgattung, die Altes, Vergessenes, Überholtes aufbackt und gewöhnlich mit "Was macht eigentlich ..." beginnt. Sowas passt ja dann ganz gut hierher.


Egon Krenz arbeitet im Blumenladen, Susanne Osthoff lebt verborgen - mehrseitig im ZEIT-Magazin-Interview ausgebreitet- in einer ungenannten Kleinstadt und will nicht erkannt werden und was Zlatko macht, weiss Gott sei dank keiner so recht.

Zeit also, die Frage nach den Leuten zu stellen, von denen schon länger nichts mehr zu hören ist: Was machen eigentlich ... die Neoliberalisten?

Man hört, Friedrich Merz, hätte "Das Kapital" auf dem Nachttisch. Hans-Olaf Henkel dreht mit dem Wind und ruft jetzt nach dem Staat. Aber sonst? Weniger Staat und so, hat das im Moment wohl keine Saison?

Ja, ich weiß, das ist übles Nachtreten und ungefähr so sympathisch wie "Ich hab's Dir gleich gesagt", aber das ist mir egal. Ich weiß, Eure Zeit kommt wieder. In 5 Jahren werdet ihr wieder rufen: "Staatsquote runter!" und "Der Staat ist ein schlechter Unternehmer" und vergleichbares Zeug. Hoffentlich habt ihr bis dahin die Zeche für die letzte Party zurück gezahlt. Dann ist auch der Kater vorbei und die Klappe kann wieder laut nach dem "freien Spiel der Marktkräfte" rufen.  Wir haben es ja bis dahin wieder vergessen. Wir Trottel.

Wahrscheinlich seid ihr gerade damit beschäftigt, Euch wieder billig in den Markt einzukaufen. Das ist ja die Gelegenheit. Aber denkt dran: Gewinne rechtzeitig mitnehmen, bevor in schlechten Zeiten noch jemand kommt, der was Wirres über Verantwortung und Beteiligung am Verlust erzählt.

Polemisch,

Optimist

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