Dienstag, 26. Februar 2008

DVD: Neid (von Realist)

Die Komödie "Neid" liegt schon länger im DVD-Regal, und was soll ich sagen: Nicht alles wird mit den Jahren besser.

Tim (Ben Stiller) und Nick (Jack Black) sind Kollegen, die besten Freunden und wohnen, samt ihrer Familien, einander gegenüber. Tim ist der organisierte Realist (Hey!), Nick ist der Träumer, der immer mit absurden Ideen daherkommt, die ihm Tim schlecht- bzw. ausredet (kommt mir irgendwie bekannt vor). Auch die Idee ein Spray auf den Markt zu bringen, mit dem man Hundehaufen verschwinden lassen kann (vaPOOrize), wird nicht von Tim unterstützt. Blöder Fehler, denn über Nacht wird Nick damit zum Mu,ltimillionär und Nicks leben zur Hölle.

Es folgen Neid und Missgeschicke, reichlich Neureichenmonstrositäten, erschossene Pferde, Gammler aus der Kneipe, die alles noch komplizierter machen (Christopher Walken) und - dankenswerterweise - immerhin einige "Jack Black-Momente". Am Ende sind dann alle irgendwie reich, erfolgreich und natürlich glücklich.

Fazit: Dank Jack Black und einiger schräger Ideen ist der Film zwar einen ganzen Zacken besser, als man durch die Handlung (und Ben Stiller) erwarten sollte, aber gesehen haben muss man ihn nicht.

Link zum Trailer

Leben: Ein Hoch auf den Admiral Filmpalast (von Realist)

Diesmal haben sie sich nicht lumpen lassen und auf meine Nörgelmail, mit einer netten Mail und zwei Freikarten, reagiert. So sollte das sein. Aber seien wir ehrlich: Dem Film hat mehr gefehlt als oben und unten 80cm :-)

Montag, 25. Februar 2008

Leben: Personalisierte Werbung (von Optimist)

Dass der Holtzbrinck-Verlag mit seinem Vorstoß, ungefragt personalisierte Werbung aufgrund von Anwenderdaten im StudiVZ zu platzieren, nicht gerade auf Begeisterung stieß, ist ja gemeinhin bekannt. Die Umsetzung hat im Gegenteil sogar mancherlei drastische Maßnahme hervorgebracht.

Dabei ist die Idee natürlich ganz und gar nicht neu und die Datenkrake Google wäre die letzte Firma, die diesen Trend verschlafen möchte. Andere Anbieter, wie z.B. das Videoportal MyVideo.de sind da beherzter und haben längst umgesetzt, worüber andere noch lange Reden schwingen. Und siehe da, es tut sich eine ganz neue Angebotsvielfalt auf. Bleibt nur abzuwarten, ob diese vollmundigen Versprechen auch eingehalten werden:



Revolutionäre Sparpotentiale, von denen ich bisher ohne diese Werbetechnik wirklich noch nichts geahnt habe.

Sonntag, 24. Februar 2008

Kino: Das Vermächtnis des geheimen Buches (von Realist)

Da ich mich an den ersten Teil ("Das Vermächtnis der Tempelritter") nicht mehr wirklich erinnere, kann ich (mal wieder) keinen Vergleich anstellen, aber alleine schon, was den deutschen Titel angeht, wurde der Vorgänger nochmals unterboten - soviel steht fest.

Nun gut, hier also die "Handlung": Mitch Wilkinson (Ed Harris) beschuldigt den Groß(GroßGroß...)Vater unseres Helden, Ben Gates (Nicolas Cage), Kopf der Mordverschwörung gegen Abraham Lincoln gewesen zu sein. Das geht nun wirklich gar nicht, und von daher muss sofort mit allen Mitteln die Unschuld des Ahnen bewiesen werden. Das erfordert aus irgendwelchen Gründen, dass die verschollene "Goldene Stadt" gefunden wird, wofür es wiederum nötig ist, in den Buckingham Palast einzubrechen, den Präsidenten der USA zu entführen, usw, usw.

Das ganze ist im Grunde ein einziges Location-Abklappern mit einer unausgegorenen Mischung aus flapsigen Sprüchen und Ernst, jeweils Unterbrochen von "brillianten" Schlussfolgerungen und Eingebungen von Gates, der offensichtlich in der Lage ist, jedes noch so absurde Rätsel aus dem Steigreif zu lösen und ganz generell über jeden Furz bescheid weiss, der in den letzten 2000 Jahren, von wem auch immer, gelassen wurde. Das ist zwar im Grunde ein besseres Vorbild als so manch anderer Leinwandheld abgibt, nervt aber - zumindest in diesem Fall - ganz erheblich. Und obwohl der Film erfreulich wenig Leerlauf hat, konnte er - zumindest mich - so gar nicht fesseln.

Fazit: Ich bleibe bei diesem Genre ganz klar bei Indiana Jones - zumindest bis der vierte Teil ins Kino kommt und mich maßlos enttäuscht.

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Kino: PS: Ich liebe dich (von Realist)

Mein Fehler war wohl, anzunehmen, dass es sich um eine romantische Komödie - und damit zweifelsfrei um eines meiner Lieblingsgenres - handelt. Denn: Es handelt sich vielmehr um ein romantisches Drama. Das muss aber wohl so sein, denn immerhin haben wir ja mit Hilary Swank eine zweifache Oscargewinnerin in der Hauptrolle (Das habe ich im Vorfeld auch immer als Legitimation vorgeschoben, wenn es darum ging, jemanden begreiflich zu machen, warum ich mir den Film überhaupt ansehen will).

Die Handlung ist jedenfalls die folgende: Holly und Gerry sind verheiratet. Zumindest bis nach dem Vorspann, denn dann ist Holly verwitwet. Ein cleveres Kerlchen und treu sorgender Gatte, wie Gerry war, hat er aber vorausgesehen, dass seine Liebste fortan in eine Lebenskrise verfällt, und bereits im Vorfeld einen Plan ersonnen. Er lässt ihr, posthum und auf verschiedenen Wegen, täglich Briefe zukommen, in denen er ihr Aufgaben stellt, um sie wieder ins Leben zurückzuführen. Das reicht vom Kaufen einer Nachttischlampe über einen Karaokeauftritt bis zum Urlaub in Irland - seiner Heimat, wo sie auch gleich - oh Wunder - zufällig mit einem Jugendfreund ihres Verblichenen im Bett landet. Tja, wenn man erst mal seinen Typ gefunden hat... Oder sagen wir: Was sich Hollywood so unter einem wackeren Iren vorstellt. Beispiel: Bei der Beerdigung, die im Irish Pub von Hollies Mutter stattfindet (und mir ist bis heute nicht klar, warum sie einen hat, denn immerhin war ja nur der - verhasste - Schwiegersohn Ire), trinken zum Abschied alle Gäste ein Glas "Jameson" aus, bevor sie es auf die Urne stellen. Einen blended Whiskey? Also wirklich, ein echter Ire wäre aus seiner Urne gerieselt!

Unterm Strich war der Film nicht wirklich lustig, nicht wirklich traurig und eigentlich auch nicht wirklich romantisch. Nur wirklich lang. Das Ende ist zwar (dankenswerterweise) halb-offen, ein "alle können wieder lachen, kommen unter die Haube, werden Schwanger und sind ja überhaupt sowas von glücklich und erfolgreich" zeichnet sich allerdings ab, wie die Druckwelle kurz nach dem atomaren Lichtblitz.

Was mich allerdings am meisten genervt hat, ist, dass der Drehbuchautor (so wie fast alle seine Kollegen) wohl ein Fan von Paulo Coelho ist. Die Probleme praktisch aller Akteure im Film liessen sich nach der Philosophie lösen: Lebe deinen Traum! Was bekanntlich jeden zum Looser macht, der nicht glücklich ist, er ist ja selber schuld. Und als bekennender Traumfreier (oh, ausser "World Peace" natürlich) fühle ich mich da immer auf den Schlips getreten.

Das einzige, was mich noch mehr aufregt als Paulo Coelho, ist allerdings ein Filmvorführer der sich einen Dreck um sein Publikum schert, bzw. sich, in dem Fall, wohl gedacht hat, dass die Hausfrauen, die da hocken, es ohnehin nicht merken, wenn er Mist baut. Aber nicht mit mir! Als Rächer aller weiblichen Mittvierziger habe ich noch gestern folgende Mail verfasst:

Hallo ihr Damen und Herren THX-zertifizierte Digitalprojezierer!

Einen Film ("PS: Ich liebe dich", 23.02, 22:45 Uhr), der ein Seitenverhältnis von 1:1,85 hat, auf einer Scope-Leinwand zu zeigen, auf dass man oben keine Köpfe sieht, dafür aber unten die Texteinblendungen nicht lesen kann, zeugt schon wirklich von Klasse! Glückwunsch!

Achja, das Fazit: In Anbetracht der seufzenden Mädels rings um mich herum, hat der Film wohl sein Publikum. Ich gehöre allerdings nicht dazu.

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