Donnerstag, 31. Januar 2008

DVD: Der gute Hirte (von Realist)

"Der gute Hirte" erzählt ca. 20 Jahre aus dem Leben des (soweit ich weiss fiktiven) Edward Wilson, der im Laufe des zweiten Weltkriegs, als frischer Uni-Absolvent, für "ein klein wenig" Geheimdienstarbeit rekrutiert wird, dann aber diesem Geschäft treu bleibt, während mit ihm und um ihn herum die CIA entsteht und dafür sein Leben den Bach hinunter geht.

"Zu lang", "langweilig" und "zu verwirrend" waren die Attribute mit denen Kritiken, von denen ich bislang gehört hatte, ausgeschmückt waren, und so bin ich mit einer niedrigen Erwartungshaltung an den Film herangegangen - der ja eigentlich mit Robert De Niro hinter (und ein bisschen vor) der Kamera und auch sonst, in all den vielen kleinen Rollen, ganz hervorragend besetzt ist. Und ich darf sagen, dass ich positiv überrascht wurde.

Ja, der Film ist sehr lang, und nein, er ist wahrlich kein Actionfeuerwerk. Die Handlung ist sowohl logisch als auch nachvollziehbar. Sie dient - was den Spionageteil angeht - aber ohnehin nur als Kulisse.

"Der gute Hirte" ist bewusst blass und farblos. Genau so wie Edward Wilson, der aber eben auch ein Patriot ist, der sich zutiefst der Wahrheit und Aufrichtigkeit verpflichtet fühlt. Der aus Ehrgefühl nicht seine sich anbahnende große Liebe, sondern seinen geschwängerten "Fehltritt" heiratet; Der dem Ruf des "Vaterlands" für Jahre nach Übersee folgt und dabei Geburt und Heranwachsen seines Sohnes verpasst; Der durch die penible Art, mit der er seinen aufgezwungenen Beruf ausübt und dem vollkommenen Fehlen von Vertrauen einem jedem gegenüber, seinem Leben alles lebenswerte entzieht; Der Freunde und Familie verliert, teils durch Verrat oder Gewalt, teils weil er niemanden an seinem Leben teilhaben lassen kann, bis er sich am Ende zwischen dem Glück des einzigen Menschen, den er noch liebt und seiner Loyalität seinem Land gegenüber entscheiden muss...

Wilson ist der Beamte und den Geheimagenten. Ein Mann, der einem nie wirklich sympathisch ist, dessen Handlungsweisen man aber durchaus nachvollziehen kann und den man bemitleidet - auch wenn man sich nicht sicher ist, ob man ihn für seine Geradlinigkeit bewundern oder verfluchen soll.

Fazit: Ein Schmuck- und glanzloser Film, ein Denk- oder ein Mahnmal für Pflichtbewusstsein - je nach Sichtweise. Kein Must-See, aber sehenswert.

Dienstag, 29. Januar 2008

Presseschau: Wer nichts zu verbergen hat ... (von Optimist)

... der muss sich auch vor nichts fürchten. Hat Herr Frattini gesagt. Und Herr Schäuble auch. Da bin ich beruhigt - ganz ehrlich. Nur weil sie 13 Jahre meine Fluggastdaten (Name, Geburtsdatum, Reisebüro, Reiseverlauf, Kreditkartennummer, etc.) von all meinen außereuropäischen Flügen aufheben wollen, nur weil die Polizei gelegentlich mit Rasterfahndungsmethoden zur Mustererkennung "ungewöhnlicher Flugbewegungen" über die Datensätze rauscht, rein präventiv, versteht sich. Nur deswegen also, da muss ich mich doch nicht aufregen. Ich hab ja nichts zu verbergen - zumindest solange Übergepäck nicht strafbar wird.

Aber das ist eher unwahrscheinlich, wenn ich doch ohnehin bald nur noch in halbtransparenter Unterhose reisen darf und das maximal 100g schwere Haupt-Gepäck im durchsichtigen Plastikbeutel mit mir führen soll. Ich freue mich dann schon auf die vollschlanken nackten Körper links und rechts neben mir, die vor lauter Startangst derartig transpirieren, das ich nur hoffen kann, dass der Bordverkauf von Parfüm trotz aller gebotenen Vorsichtsmaßnahmen aufrecht erhalten wird. Am Ende werde ich dann doch auf den einen oder anderen Flug verzichten. Freiwillig. Mehr oder weniger. Immerhin: Ein Gefährder weniger im Luftraum. Ein Opfer weniger beim Abschuss.

Da bleibt am Ende nur die Einsicht:
Wenn Schäuble gewollt hätte, dass der Mensch fliegt, hätte er ihm die Erlaubnis gegeben.

Mittwoch, 23. Januar 2008

Kabarett: Gerhard Polt (von Optimist)

Das war mal was anderes, soviel ist sicher. Diesmal gabs Polt - und das im Doppelpack. Lesung und Solo, an zwei Abenden hintereinander.

Die Lesung lief ganz klassisch und schnörkellos. Polt kommt auf die Bühne, quittiert den Applaus kurz lässig beim Hinsetzen mit der Hand und - es ist der Begrüßung genüge getan - legt sofort los. Es folgt eine Aneinanderreihung von meist bekannten Geschichten aus seinem Sammelwerk "Circus Maximus". Neben ein paar Hundskrüppel-Geschichten fehlt natürlich auch "Longline" nicht. Beim Schwärmen über das englische Tennis lästert er da über Deutschland: "Arrrh, Deutschland und Tennis - nur weil hier jeder Arsch weiße Schuhe kaufen kann ...".
Genial vorgetragen wie immer, gewinnt jede Geschichte unheimlich, wenn Polt sich mit seiner Stimmenvielfalt massiv in das Spektrum zwischen gestelztem Hochdeutsch und dem rüde fluchenden Urbayern reinsteigert. Eine schöne Mischung von Texten aus reiner Unterhaltung und ätzender Gesellschaftskritik (Rollstuhlfahrer) hat die Sache wirklich zu einem unterhaltsamen und abwechslungsreichen Abend gemacht.

Eine Überraschung war hingegen das Solo. Im Nachhinein habe ich mich gefragt, was ich wirklich anderes erwartet habe. Polt kommt auf die Bühne, quittiert den Applaus kurz lässig mit der Hand und legt gleich mit der ersten Geschichte los. Nur eben im Stehen. Und mit anderen Geschichten. Die genauso genial vorgetragen wurden wie am Vorabend. Etwas schade fand ich aber schon, das es keinen Rahmen um die einzelnen Geschichten herum gab.

Fazit: Trotz fehlendem Rahmen beim Solo gabs viel zu lachen, aber Polt-Geschichten kann man hier nicht wirklich gut nacherzählen. Das muss man selber anhören. Also hingehen. Oder zumindest Hörbuch kaufen.

Montag, 21. Januar 2008

DVD: Hairspray (von Realist)

Also der Film darf einen nicht auf dem falschen Fuß erwischen. Will sagen: Jetzt muss ich mal aufpassen, was ich schreibe. Nicht dass hinterher jemand den Film auf meinen Rat hin ansieht und glaubt, ich habe einen an der Klatsche.

Die Story ist so simpel wie uninteressant: Baltimore 1962, Rassismus, Rock'n'Roll, R&B, und alle sind tanzgeil. Insbesondere das kleine, dicke Mädchen, dessen größter Traum es ist, in der nachmittäglichen Fernsehtanzshow mitzumachen, und deren große Liebe der Vortänzer eben dieser Show ist. Es wird also gesungen, getanzt und revoltiert für die Rechte der kleinen dicken und der "farbigen" in allen Gewichtsklassen. Klar soweit?

Das witzige an "Hairspray" ist, dass das ganze ein Musical ist, das allerdings vom Grad der Ernsthaftigkeit her nur knapp oberhalb von "Der kleine Horrorladen" rangiert (und vom Stil der Musik her in weiten Teilen vergleichbar ist). Sehenswert ist auch die Besetzung: John Travolta als 200kg schwere Mutter, Christopher Walken als ihr Ehegatte, Michelle Pfeiffer als Superzicke des Fernsehsenders und Queen Latifah als Moderatorin des "Negro-Days".

Das Original von 1988 habe ich nicht gesehen (was ich angesichts der Besetzung mit Deborah Harry (Blondie), Divine und Pia Zadora aber evtl. noch nachhole), von daher kann ich da nicht vergleichen. Aber obwohl ich eigentlich kein Fan dieser Musik und schon gar keiner des Tanzens bin, und obwohl der Film ein paar mal über die Schmerzgrenze hinaus ging, habe ich mich unterm Strich - so peinlich es ist - echt gut unterhalten.

Fazit: Unkonventioneller Spass, für den man offen und am besten auch in der richtigen Stimmung sein muss. Welche das auch immer sein mag.

Sonntag, 20. Januar 2008

Intern: Von Suchbegriffen (von Realist)

Diese Woche lohnt es sich mal wieder ein paar Suchbegriffe, mit denen man uns über Google gefunden hat, zu erwähnen:

  • "den wievielten todestag von wilhelm busch haben wir am 9. januar 2008?" Was glauben, die Leute eigentlich wie Google funktioniert? Oder denken sie gar, Google ist HAL 9000 und sie müssen nur Fragen? Das coole ist: Wir belegen hier den zweiten und dritten Platz in der Google-Trefferliste - und das, ohne jemals Herrn Busch erwähnt zu haben.
  • "eiergrößen" Schön das Google erkannt hat, dass dieser Blog hier cojones hat
  • "nacktputzen dvd" schon fast ein Klassiker
  • "sexskandal" Da fragt man sich doch schon, was jemand eigentlich genau sucht, der das in Google eingibt...
  • "wann erscheint keinohrhasen auf dvd" (siehe HAL 9000)