Wer was ausfrisst und erwischt wird, muss dafür büßen, so ist das wohl in der Regel. Da werden die Google-Manager auf der Anklagebank aber blöd geguckt haben, vor allem wegen der in Aussicht gestellten Strafe:
Bloghaftstrafen! Auch noch in ungenannter Höhe! Das sind ja ganz neue Methoden. Statt Kerkerhaft muss jetzt gebloggt werden, bis Finger und Seele bluten? Die Frage ist nur: wo? Da hat die Gerichtsbarkeit ja eine große Auswahl. Drei Wochen Katzenbilder-Blog mit Option auf Einzelhaft in Nager- und Pferdekategorien? Fünf Monate ununterbrochene textuelle Reanimation in einem gottverlassenen Blogfriedhof? Oder doch lieber ein zweijähriger Aufenthalt in einem von Allgemeininteresse durchwirkten Familien-Fotoblog, nur eben zum Bloggen über andere Leute Urlaube und andere Leute Kinder? Später kommen die Häftlinge dann zur Reha ins Blog der alleinerziehenden Mütter und Väter.
Achwas, ich sage Ihnen was: Schickt sie alle zu uns! Bei uns müssen die Missetäter richtig leiden! Wer die ersten Redaktionssitzungen überlebt hat, schleppt zumindest eine lebenslange Depression davon, wird immerwährend zermalmt zwischen bissiger interner Kritik und der eisigen Zuneigung der RSS-Reader, die einem sagen: "Siehe, wir sind jeden Tag da, wir fahren durch Deine Texte, aber wisse: Durch uns fließt kein Tropfen Blut!"
Und Google sekundiert: "Da bin ich, zeig mir alles was Du hast und hauche Deine Gedanken ins ewige Eis meiner Datenfriedhöfe. Nur eine unbekannte Zauberformel aus mehr als dreizehn Worten bringt dich wieder an die Oberfläche. Niemand wird Deine Gedanken je finden!"
Bloggen ist hart. Kerker ist hart. Aber Bloghaftstrafen? Alle Achtung! Der Staat weiss, was weh tut! Welch verzückender Zufall, dass gerade Google-Manager bald in Bloghaft genommen werden. Rache ist süß ...
Wartet schon sehnsüchtig auf den Antransport der Delinquenten
Optimist
Dienstag, 10. Februar 2009
Presseschau: Bloghaftstrafen (von Optimist)
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Montag, 9. Februar 2009
Kabarett/ausgeträumt: Dieter Hildebrandt (von Optimist)
Kabarett mit Dieter Hildebrandt, endlich auch in dieser Stadt, ganz sicher ein Highlight. Ich lade Freunde ein, ich besorge Karten. Und in der ersten Nacht nach Kartenkauf träume ich:
Der Abend ist gekommen, die Vorfreude ist groß. Der betagte Großmeister der halbfertigen Sätze und intelligenten Bemerkungen ist eingetroffen. Er nähert sich seitlich der Bühne, steigt die Treppe zur Bühne hinauf, hält inne, knickt zusammen und stirbt auf der Stelle. Einfach so.
Lieber Dieter Hildebrandt:
Ich bitte von vorzeitgem Ableben dringend Abstand zu nehmen! Wenn es unbedingt sein muss, besuchen Sie mich weiter in meinen Träumen, machen Sie da was Sie wollen, gestehen Sie ihre heimliche Liebe zu Angela Merkel, outen Sie sich als Fan von Mario Barth, egal was, aber sterben geht jetzt nicht! Ich habe die Karten schließlich schon bezahlt! Vorkasse, Sie verstehen?
Freut sich auf eine lebendige Vorstellung
Optimist
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Sonntag, 8. Februar 2009
Presseschau: Schreckliche Dinge (von Optimist)
Es gibt Dinge, die stehen für sich selbst. Da gibt es eine sehr nützliche Seite der Uni Leipzig, die sich "Wörter des Tages" nennt - eine Art Presseschau auf Wortbasis. Aber bevor ich mich groß abmühe zu beschreiben, was diese Seite genau anstellt, hier das Zitat auf der Seite:
Die »Wörter des Tages« zeigen, welche Begriffe heute besonders aktuell sind. Dazu werden verschiedene Tageszeitungen und Newsdienste täglich ausgewertet. Die »Wörter des Tages« stehen morgens ab etwa 7 Uhr zur Verfügung.
Die Aktualität eines Begriffs ergibt sich aus seiner Häufigkeit heute, verglichen mit seiner durchschnittlichen Häufigkeit über längere Zeit hinweg.
In der Kategorie "Ereignis" stehen heute folgende Wörter:
Da sehen Sie wieder den Beweis: Die Presse berichtet ausschließlich über schreckliche Dinge.
Freut sich auf die Fastenzeit
Optimist
PS: Bedauerlich ist ferner, dass nicht nur "Feuerkatastrophe" sondern auch "Fasnet" in dieser Liste fehlt.
Posted by Optimist um 20:58 0 comments
Labels: Optimist, Presseschau
Intern: Heidi und das Schnitzeleck (von Optimist)
So, dass Sie hier gelandet sind, ist erstmal reine Bauernfängerei. Denn Sie suchen ja vermutlich Heidis (aka Heidi's) Schnitzeleck - und jetzt das hier, so ein Ärger, was?
Aber wenn Sie schonmal da sind, erzähle ich Ihnen eine, ach, was sage ich, zwei kurze Geschichten. Vielleicht sogar drei, wenn Sie mitmachen. Alle haben mit Heidi zu tun.
Die erste Geschichte ist, dass ich mich vor geraumer Zeit in der Wenigkeit eines Nebensatzes dazu verstiegen habe, "Heidi's Schnitzeleck" zu erwähnen. Ohne großartigen Sinnzusammenhang. Einfach so. Und seitdem besuchen uns Leute, die Statistik beweist es, die eigentlich zu Heidi wollen. Hartnäckig. Woche für Woche. Mal mit, mal ohne Deppen-Apostroph.
Und das führt mich zur zweiten Geschichte: Denn Heidi hat scheinbar kein Zuhause, also kein digitales zumindest. Und deswegen kommen alle zu uns. Es sind zwar nicht so viele, dass wir uns blind in die Schnitzelgastronomie stürzen und ihr alle Kunden abjagen würden, aber die Zahlen sind stabil.
Da stellt sich uns natürlich die Frage: Was wollen Sie von Heidi? Oder von ihrem Schnitzeleck?
Die Speisekarte? (Schnitzel!)
Die Öffnungszeiten? (mittags!)
Die aufwändigen Zubereitungsmethoden? (Pfanne, Micro und Friteuse!)
Was noch? Die Adresse? Ein Foto vom Schnitzel? Ein Foto von Heidi? Sagen Sie es uns! Wir sagen es Heidi. Wir kennen Heidi nicht, aber wir werden sie suchen und wir werden sie finden und dann sagen wir es ihr - alles. Versprochen! Und vielleicht bekommt Heidi ja dann ein digitales Zuhause. Mit allem, was Sie sich wünschen. Das würde dann die dritte Geschichte werden, die ich Ihnen schon versprochen habe.
Also, Ihre Nachricht an Heidi im Kommentar hinterlassen. Sonst wird sie es nie erfahren, was Sie hier eigentlich wollten!
Hat da mal aus reiner Schnitzel-Opposition die Currywurst probiert
Optimist
Posted by Optimist um 09:28 3 comments
Samstag, 7. Februar 2009
Kabarett: René Marik, "Autschn! Ein Abend über die Liebe" (von Optimist)
Wenn es jetzt noch nicht geklingelt hat, dann sag ich mal "Maulwurf", "Handpuppe" und "Rapante", da wissen Sie schon worum es jetzt geht, oder? René Marik ist u.a. Puppenspieler und damit über Youtube berühmt geworden, so geht das heute.
Ich sage Ihnen, so viele junge Leute waren schon lange nicht mehr im Kabarett-Theater. Aber zum Inhalt: Das Programm ist eine Art bunter Abend mit Gesang, Gitarre, Prosa und Handpuppentheater. Gesang? Prosa? Wer sich auf einen Abend mit 120 Minuten Maulwurf-Handpuppe eingestellt hat, wird überrascht sein, aber nicht enttäuscht. René Marik ist ein ausgezeichneter Sänger und durchmischt seine Handpuppenspiele mit Maulwurf, Frosch und Eisbär immer wieder mit einzelnen Interpretationen von Liebesliedern. Aber keine Angst, man kommt auf seine Kosten, gerade weil es abwechslungsreich ist. Den Maulwurf kennt eh fast jeder (wenn nicht: hier gucken), die Überraschung kommt aus anderen Ecken.
Die "Strafprosa", vorgetragene kurze Verse einer Künstlerin, deren Name mir zu Recht wieder entfallen ist, sind bodenlos schlecht und Marik trägt sie mit soviel übertriebenen Pathos vor, dass man seinen Spaß damit hat. Während seiner Songs streift er nach schmierigster Schlagersängermanier durch die Gänge im Zuschauerraum und übt die vollkommene Verschmelzung mit dem gesungenen Herzschmerztext der vortgetragenen Lieder - und irgendwie ist das richtig witzig. Dieter Thomas Kuhn würde vor Neid erblassen.
Kalle hätte ich fast vergessen - seine berliner Asso-Figur mit Lidl-Tasche und Trainingsanzug, der mal wieder im Soz (Arbeitsamt) seine Kohle holen will und statt seiner Sachbearbeiterin dort unerwartet Catwoman antrifft. Außerdem hat Kalle noch ein paar Minuten Video aus Berlin dabei - Loveparade und Dr. Motte, sensationelles Material.
Wer Eisbär, Frosch und Maulwurf erwartet, der wird freundlich bedient, aber der Abend hat durchaus Mehrwert durch den Rest seines Repertoires. Schenkelklopfer bleiben großflächig aus, aber aus dem Schmunzeln und Kichern kommt man selten heraus.
Ein schöner, unterhaltsamer und irgendwie sehr charmanter Abend. Wärmstens zu empfehlen.
Optimist
Posted by Optimist um 07:29 0 comments